Gefahrgutübung bei FormiChem erfolgreich durchgeführt
Bereits vergangenen Freitag fand bei der Firma FormiChem in der Anna-von-Philipp-Straße eine umfangreiche Gefahrgutübung der Feuerwehr Neuburg an der Donau statt. Auch die Freiwillige Feuerwehr Mailing (Ingolstadt), war in das realitätsnahe Einsatzszenario eingebunden.
Bereits vergangenen Freitag fand bei der Firma FormiChem in der Anna-von-Philipp-Straße eine umfangreiche Gefahrgutübung der Feuerwehr Neuburg an der Donau statt. Auch die Freiwillige Feuerwehr Mailing (Ingolstadt), war in das realitätsnahe Einsatzszenario eingebunden.
Die Firma FormiChem betreibt mittlerweile zwei Standorte in Neuburg – einen am Burgwaldberg auf dem früheren GLOBOL-Gelände sowie einen weiteren im Industriepark an der Augsburger Straße. Aufgrund der betrieblichen Gegebenheiten ist das Unternehmen verpflichtet, regelmäßig Übungen gemeinsam mit den Feuerwehren durchzuführen. Diese Zusammenarbeit wurde nun erneut intensiv trainiert.
Für die diesjährige Übung wurde das Betriebsgelände am Burgwaldberg ausgewählt. Das Szenario wurde von einem Zugführer sowie einem Gruppenführer der Feuerwehr Neuburg ausgearbeitet und technisch vorbereitet.
Angenommen wurde ein Gefahrstoffaustritt mit rauchender Schwefelsäure innerhalb eines Gebäudes. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte wurden diese bereits von einem Mitarbeiter erwartet und in die Lage eingewiesen. Zu diesem Zeitpunkt galten zwei Personen im betroffenen Bereich als vermisst.
Umgehend wurde ein erster Angriffstrupp unter Atemschutz und Schutzstufe 1 zur Menschenrettung ins Gebäude geschickt. Bereits kurze Zeit später konnte eine verletzte und bewusstlose Person aus dem Gefahrenbereich gerettet werden.
Die zweite vermisste Person blieb zunächst verschwunden. Der Bereich war mittlerweile massiv durch die austretende Schwefelsäure verraucht. Zudem klagte der eingesetzte Atemschutztrupp nach kurzer Zeit selbst über Reizungen und Juckreiz an Armen und Beinen, wodurch ein weiteres Vorgehen nicht mehr möglich war.
Parallel dazu rüstete sich bereits der erste Trupp mit Chemikalienschutzanzügen (CSA) aus und übernahm die weiteren Rettungsmaßnahmen. Dieser Trupp entdeckte schließlich die noch vermisste Person, die unter einem Container eingeklemmt war. Mithilfe eines akkubetriebenen Spreizers konnte die Person befreit und ins Freie gebracht werden. Aufgrund der massiven Einwirkungen durch die ausgetretene Säure sowie der schweren Einklemmung kam für die Person jedoch jede Hilfe zu spät – sie konnte außerhalb des Gefahrenbereiches nur noch als verstorben festgestellt werden.
Zu diesem Zeitpunkt war der Austritt der Schwefelsäure weiterhin nicht gestoppt. Zwei CSA-Trupps gingen deshalb erneut in den Gefahrenbereich vor und konnten das Leck schließlich erfolgreich abdichten. Der vorsorglich bereitstehende Sicherungstrupp musste nicht mehr eingesetzt werden.
Im weiteren Verlauf kam die Feuerwehr Mailing ins Spiel. Diese hatte zwischenzeitlich einen Dekontaminationsplatz aufgebaut. Die Einheit verfügt – ähnlich wie beispielsweise die Feuerwehr Ehekirchen – über eine spezielle DEKON-P-Ausstattung innerhalb der Region 10. Durch die guten Kontakte zur Feuerwehr Mailing bot sich hier die ideale Gelegenheit, die Zusammenarbeit mit einer externen Dekon-Einheit realitätsnah zu üben.
Für die Kräfte aus Mailing war die Übung zugleich eine wertvolle Möglichkeit, den kompletten Ablauf einer Dekontaminationsstrecke erneut praxisnah durchzuführen. Die eingesetzten Atemschutz- und CSA-Träger mussten dabei das gesamte Dekon-Prozedere über sich ergehen lassen. Lediglich die bereitgestellte „Not-Unterwäsche“ fand bei den Einsatzkräften wenig Begeisterung. ;-)
Nach rund zwei Stunden konnte ein durchweg positives Fazit gezogen werden – sowohl seitens der Feuerwehren als auch von den beteiligten Mitarbeitenden der Firma FormiChem.
Zurück am Standort der Feuerwehr Neuburg wurden die eingesetzten Fahrzeuge wieder einsatzbereit gemacht. Im Anschluss fand im Florianstüberl eine erste Nachbesprechung der Übung statt.
Ein herzlicher Dank gilt der Firma FormiChem für die Möglichkeit, die Produktionsstätte für diese Übung nutzen zu dürfen. Ebenso ein großes Dankeschön an alle beteiligten Einsatzkräfte und Mitwirkenden, die sich mehrere Stunden ihrer Freizeit am Freitagabend für diese anspruchsvolle Übung Zeit genommen haben.