Keine Angst vor Wespen & Co

05.08.2014

Eine Information Ihrer Feuerwehr Neuburg:

Wespen sind von Natur aus weder aggressiv noch stechwütig. Jedoch können sie sich gut verteidigen. Dies geschieht bei hektischen Abwehrbewegungen.

Während der Sommermonate melden sich viele besorgte Bürger, die sich durch Wespen oder Hornissen gestört, ja sogar bedroht fühlen bei der Feuerwehr. Die Insekten reagieren aber nur aggressiv, wenn man sich ihrem Nest bis auf ca. 4 Meter oder weniger nähert oder nach ihnen schlägt. Wespen- und Hornissenstiche sind nicht gefährlicher als Bienenstiche. Blutrünstige Geschichten von pferdetötenden Hornissenschwärmen sind schlichtweg falsch! Ansonsten sind auch Hornissen und Wespen grundsätzlich harmlos und sogar nützlich. Sie fressen andere Insekten und Schädlinge, vor allem Fliegen. Das können pro Tag und Volk schon einmal bis zu 3000 Tiere sein. Außerdem bestäuben einige Arten, ebenso wie Bienen, viele Blüten.

Besteht jedoch eine Gefahr durch ein Nest in unmittelbarer Nähe, beispielsweise in Verbindung mit einer Insektenstichallergie oder Gefährdung von Kleinkindern etc. kann eine Beseitigung des Nestes notwendig werden.

Hornissen stehen allerdings unter Naturschutz und dürfen nur in begründeten Ausnahmefällen nach Absprache mit der zuständigen Naturschutzbehörde (Landratsamt Neuburg - Schrobenhausen über Vermittlung Tel. 08431/57-0) beseitigt werden.

Bienenvölker können von einem Imker eingefangen und umgesiedelt werden.

Grundsätzlich ist die Umsiedelung oder die ausnahmsweise Vernichtung von Wespen und deren Nester eine Aufgabe für einen Schädlingsbekämpfer.

Die Feuerwehr wird nur in Ausnahmefällen zur Abwehr unmittelbarer Gefahren für Leben und Gesundheit tätig.

An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass die Stadt Neuburg, als Träger der hiesigen Feuerwehren, für jeden solcher Einsätze eine Rechnung stellt. Die Höhe richtet sich nach dem Aufwand des jeweiligen Einsatzes.

Um unangenehme Begegnungen mit diesen Insekten zu vermeiden, können die folgenden Tipps hilfreich sein:

  • Hektische Bewegungen vermeiden, wenn sich z.B. eine Wespe nähert, Ruhe bewahren und langsam aus dem Weg gehen! Hautflügler sind kurzsichtig und fliegen nahe heran, ohne jemanden angreifen zu wollen.
  • Süße Speisen und Getränke ebenso wie Fleisch und Wurstwaren nicht unbedeckt im Freien stehen lassen, sondern wenigstens durch eine Plexiglashaube schützen. Die Tiere werden sonst vom Duft angelockt. Auch Parfums, Haarsprays, Körpersprays, parfümierte Sonnencremes sowie Rasierwasser können Wespen anlocken.
  • Im Freien nicht aus offenen Flaschen oder Dosen trinken. Gerade Kinder sollten süße Getränke nur aus verschlossenen Gefäßen mit Strohhalm, die einen möglichst kleinen Durchmesser haben, trinken.
  • Reste von Süßigkeiten, v.a. aus dem Mundbereich, von Kindern abwischen.
  • Wo Fallobst am Boden liegt oder Klee und Blüten auf dem Rasen wachsen, nicht barfuß laufen.
  • Abfallbehälter im Haus, aber insbesondere in Parks, auf Spielplätzen und Schulhöfen etc. stets gut verschlossen und sauber halten.
  • Wespen den Zugang zu Innenräumen durch geeignete Vorhänge bzw. Fliegengitter versperren.
  • Den Geruch von Zitronenscheiben gespickt mit Gewürznelken mögen Wespen angeblich überhaupt nicht.

Wenn man trotzdem gestochen wurde:

  • Kalte Umschläge oder Eisbeutel lindern den Schmerz. Es besteht bei gesunden Menschen kein weiterer Behandlungsbedarf.
  • Bei Stichen in Mund oder Hals ist jedoch wegen Erstickungsgefahr sofort ärztliche Hilfe rufen und am besten mit Eis zu kühlen! (kostenfreier Notruf über die Integrierte Leitstelle: 112)
  • Ebenso gilt es bei einer allergischen Reaktion sofort den Notruf zu wählen, denn es kann die Verlegung der Atemwege durch eine Schwellung entstehen oder ein allergischer Schock folgen, der zum akuten Kreislaufversagen führen kann. Es besteht Lebensgefahr!
  • Beim Verdacht auf eine Insektenstichallergie sollte man sich individuell vom Arzt beraten lassen.
  • Für Allergiker sollte immer ein Notfall-Set greifbar sein.