Zum Glück kein Ernstfall, sondern eine realitätsnahe Übung der Feuerwehr Neuburg.
Übung der Feuerwehr Neuburg: Brand in der Hofkirche
Am frühen Sonntagmorgen rieben sich einige Anwohner der oberen Altstadt verwundert die Augen: Mehrere Feuerwehrfahrzeuge rollten in die Amalienstraße und zum Karlsplatz – ohne Martinshorn, aber mit eingeschaltetem Blaulicht. Ein ungewöhnlicher Anblick zu dieser ruhigen Stunde.
Was war geschehen?
Zum Glück kein Ernstfall, sondern eine realitätsnahe Übung der Feuerwehr Neuburg.
Das Szenario: Ein Brand im Dachstuhl der Hofkirche.
Bereits beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte zeigte sich eine deutliche Rauchentwicklung im Bereich des Kirchturms. Sofort machten sich mehrere Trupps unter Atemschutz auf den Weg nach oben. Der Zugang über das Kirchenschiff in Richtung Turm stellte sich als äußerst beschwerlich heraus – enge Wege, schlechte Sicht und die körperliche Belastung verlangten den Einsatzkräften einiges ab. Weitere Trupps unterstützten bis zur Rauchgrenze und sorgten für den Nachschub an Einsatzmaterial.
Parallel dazu wurde im Außenbereich eine Wasserversorgung aufgebaut. Vom Karlsplatz aus speisten die Einsatzkräfte die Löschfahrzeuge sowie die in Stellung gebrachte Drehleiter. Aufgrund des angenommenen hohen Wasserbedarfs wurde zusätzlich eine weitere Versorgungsleitung vom Bereich Donaukai / Reitertreppe durch das enge Nadelöhr hinauf in die obere Altstadt verlegt – eine logistische Herausforderung.
Im weiteren Übungsverlauf verschärfte sich die Lage: Der Brand breitete sich aus, und sichtbar schlugen Flammen aus dem Dachstuhl. Nun kam weiteres Gerät zum Einsatz. Mit handgeführten Strahlrohren sowie dem Wenderohr der Drehleiter und dem Strahlrohr der Hubarbeitsbühne wurde die Brandbekämpfung intensiviert.
Nach rund einer Stunde hieß es schließlich „Wasser halt“ – das Übungsziel war erreicht. Es folgte der geordnete Rückbau aller eingesetzten Mittel. Im Anschluss bot sich den Beteiligten eine seltene Gelegenheit: die Erkundung der Dachkonstruktion über dem Kirchenschiff der Hofkirche. Beeindruckend die damalige handwerkliche Bauleistung mit dem Erstellen der Dachkonstruktion!
Ein besonderer Dank gilt der Mesnerin der Hofkirche Andelka Bagaric, dem Hofkirchen-Administrator Alfred Hornung und Tobias Kugler vom Hofkirchenverwaltungsrat, die diese Übung zu früher Stunde überhaupt ermöglicht haben.
Die Übung machte eindrucksvoll deutlich, wie wichtig das reibungslose Zusammenspiel mehrerer Löschzüge ist – insbesondere bei komplexen Einsatzlagen in historischen Gebäuden.
Eine erste stärkende Nachbesprechung fand im Florian-Stüberl der Feuerwehr Neuburg statt.
Die detaillierte einsatztaktische Aufarbeitung folgt bei der nächsten Gruppenführerbesprechung.